K.O.-Tropfen - Wirkung und Gefahren
K.O.-Tropfen werden von Tätern gezielt eingesetzt,
um Mädchen und Frauen willenlos zu machen und sie dann zu vergewaltigen.
K.O.-Tropfen sind betäubende Mittel,
die unbemerkt in ein Getränk oder Essen gegeben werden und dazu führen,
dass die Opfer leicht manipulierbar sind.
Die Mädchen und Frauen können sich später an nichts erinnern.
Nach außen wirken sie gedämpft, vielleicht leicht angetrunken.
Sie sind scheinbar aktiv am Geschehen beteiligt,
aber aufgrund der bewusstseinstrübenden Wirkung nicht in der Lage, selbstbestimmt einzugreifen.
Sie handeln, ohne ein Bewusstsein darüber zu haben.
Oft wachen sie an Orten auf, ohne zu wissen wann und wie sie dort hin geraten sind.
Wenn Mädchen und Frauen mit K.O.- Tropfen betäubt und vergewaltigt wurden,
spüren sie hinterher, dass ihnen etwas Schlimmes angetan wurde,
ohne dass sie sich daran erinnern können und für das sie keine Erklärung finden.
Dadurch entstehen Gefühle der Ohnmacht und Hilflosigkeit.
Es ist deshalb wichtig, über die Wirkweise der so genannten „Vergewaltigungsdroge“ Bescheid zu wissen:
Die Täter setzen diese gezielt ein, um Mädchen und Frauen Gewalt antun zu können.
Sie meinen dafür nicht belangt werden zu können.
Die Täter können Fremde sein, gehören aber auch manchmal zum persönlichen Umfeld der Mädchen/ der Frau.
Folgende Verhaltensweisen können helfen, sich davor zu schützen:
* Das eigene Glas nicht aus der Hand geben.
Keine Getränke von unvertrauten Bekannten annehmen,
es sei denn in verschlossener Flasche oder es wird genau verfolgt,
wie das Getränk an der Theke zubereitet wird.
* Freundinnen können aufmerksam sein und gegenseitig auf sich achten:
Wenn eine Frau/ein Mädchen angetrunken wirkt, ohne entsprechend Alkohol zu sich genommen zu haben,
wenn sie scheinbar „neben sich steht“,
wenn ihr unerklärlicherweise übel wird,
wenn jemand sie herausführen will, mit dem sie sonst nicht mitgehen würde etc.,
sollten Bekannte oder Umstehende eingreifen und ggf. Hilfe holen.
* Die Tropfen oder das Pulver sind oft geschmacksneutral, manchmal fällt jedoch ein salziger
oder seifiger Geschmack auf und das Getränk wirkt etwas trüb.
Dies fällt in Mixgetränken oder Bier weniger auf.
Im Zweifel das Glas stehen lassen!
* Im Nachhinein erinnern sich betroffene Mädchen und Frauen oft, dass sie vor dem Filmriss nicht viel Alkohol zu sich genommen hatten
und sich trotzdem betrunken gefühlt hatten.
Dies kann ein Hinweis auf K.O.-Tropfen sein und ein Zeichen, sich Hilfe zu holen.
* Die Einnahme von K.O.-Tropfen als „Partydroge“ ist überaus gesundheitsgefährdend,
da Wirkweisen und Dosierung nicht einschätzbar sind.
Es können lebensbedrohliche Zustände wie Atemstillstand und Koma auftreten.
Alkohol verstärkt diese Wirkung!
* Im Zweifelsfall immer ärztliche Hilfe holen.
Greifen Sie ein, wenn einer Person Drogen verabreicht wurden und die Betroffenen in Gefahr sind.
Stellen Sie sich eindeutig an die Seite der betroffenen Mädchen und Frauen.
Wenn Mädchen und Frauen den Verdacht haben, Opfer eines gewaltsamen Übergriffs durch K.O.-Tropfen
geworden zu sein,
ist ein sehr zeitnahes Handeln nötig, um einen
Nachweis über die Verabreichung der Droge zu erhalten, denn sie ist im Blut höchstens für 12 Stunden nachweisbar.
Es ist in jedem Fall ratsam,
sich ärztlich auf Verletzungen, Infektionen oder Spermaspuren untersuchen zu lassen.
Die Ergebnisse sollten dokumentiert werden.
Die Ärzte sind der Schweigepflicht unterworfen, d.h.
dass damit noch keine Anzeige erfolgen muss.
sexuelle Übergriffe nach Verabreichung von K.O.-Tropfen sind
strafbar,
ggf. können weitere Straftatbestände wie Freiheitsberaubung u. a. vorliegen.
Der Notruf bietet Beratung und Information für Betroffene, Fachkräfte
(Gastronomie, Medizin, Pädagogik u.a.) und Interessierte.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Dornrose - Gegen sexualisierte Gewalt e.V.
Weitere Links zum Thema:
www.ko-tropfen-koeln.de